Hier möchte ich Ihnen den Entlebucher Sennenhund näher vorstellen:
Größe
Rüden: 44 - 52 cm / Gewicht 25 - 30 Kg
Hündin 42 - 50 cm / Gewicht 25 - 30 Kg
Charaktereigenschaften
Der Entlebucher Sennenhund ist ein temperamentvoller, jedoch nie aufdringlicher Hund. Er ist sehr aufmerksam und verständnisvoll im Hause, sehr schlau bis zur Durchtriebenheit, sehr anpassungsfähig und liebenswürdig. Er gilt als sehr kinderlieb und ist ein guter Wächter, der gegenüber fremden Personen eher misstrauisch ist.
Wo kommt der Entlebucher Sennenhund her?
Sein Ursprungsland ist die Schweiz, wo er als letzter aller vier Sennenhund Rassen reingezüchtet wurde. Ein gewisser Franz Schertenleib gelang es in abgelegenen Tälern des Emmentals, des Entlebuchs und im Gurnigelgebiet einen kleinen Treibhund mit oft kupierter Rute oder angeborenen Stummelschwanz aufzutreiben und ihn erstmals 1913 an der Ausstellung in Langenthal in vier Exemplaren Prof. Heim vorzuführen.
Diese vier, zwei Rüden und zwei Hündinnen, wurden als erste der neuen Sennenhundrasse ins Schweizer Hunde Stammbuch eingetragen.
Es sind Cäsar , Seppli , Bläßli und Senta . Bei allen vier steht Wurfdatum und Abstammung unbekannt. Der erste Richterbericht von Prof. Heim (größter Förderer der Sennenhundrassen) hatte historischen Wert und soll deshalb hier wörtlich wiedergegeben werden:
Der Entlebucher ist viel kleiner als der Berner Sennenhund; er ist an Größe dem Appenzeller gleich. Die Farbzeichnung ist wie bei allen Sennenhunden; das Haar ist kurzes Stockhaar. Man sieht sofort, daß es sich um eine ausgeglichene Lokalvarietät handelt.
Der Kopf ist gegenüber dem Appenzeller etwas weniger dreieckig, stärker modelliert, Schnauzenpartie etwas mehr abgesetzt, Schnauze weniger spitz zulaufend, kräftiger. Der Körper ist weniger walzenförmig, die Rute nicht geringelt; sehr oft kommt die Hälfte der Jungen mit Stummelschwanz zur Welt. Gewiß ist es ein Verdienst, sich einmal, wenigsten versuchsweise , der Rasse anzunehmen.
Eine andere Frage bleibt es, neben den Großen, den Berner und den Appenzeller Sennenhunden nun noch eine vierte Varietät, den Entlebucher einzuführen. Werden sie nicht dadurch die jetzt klar geschiedenen Rassen wieder mischen ?
Während Jahren hatte es den Anschein gehabt, der Entlebucher sei nicht zu retten. Als im Jahre 1924 der Klub für Berner Sennenhunde in St. Gallen eine Schau für Schweizer Sennenhunde durchführte, marschierten die Großen, die Berner und die Appenzeller in erfreulicher Zahl auf.
Vom Entlebucher war nichts zu sehen. Resigniert stellt Heim fest: Die Entlebucher scheinen ganz erloschen zu sein. Hätte nicht der St. Galler Tierarzt Dr. B. Kobler nun die Entlebucher sache energisch in die Hand genommen, so wären wohl Hund und Name endgültig aus der Kynologie verschwunden.
Anläßlich der landwirtschaftlichen Ausstellung in Bern suchte Dr. Kobler Schertenleib auf der Rothöhe auf. Schertenleib schenkte Dr. Kobler die Hündin Babeli, die bei einen der letzten typischen Rüden gedeckt wurde. Babeli warf fünf gute Welpen und wurde damals nochmal vom gleichen Rüden gedeckt. So war bereits ein kleiner Stock Entlebucher vorhanden. Im August 1926 gründete Kobler mit sechs anderen den Klub für Entlebucher Sennenhunde. Bei einer Ausstellung in St. Gallen waren unter den 125 Sennenhunden auch 15 Entlebucher. Damit wurde der entgültige Durchbruch dieser wunderbaren Rasse geschafft.
Literatur
” Entlebucher Sennenhund “ ISBN 3-440-08031-5
” Sennenhunde “ ISBN 377421820